Cash, Liquidität und Treasury Management
Das Treasury eines Family Office gleicht eher einer Corporate Treasury als einem privaten Girokonto — doch die meisten Offices behandeln es wie Letzteres.
Kernaussagen
- —Die Rationalisierung von Bankkonten ist meist der erste schnelle Erfolg.
- —Sweep-Arrangements und Treasury-Staffelung holen bedeutende Renditen herein.
- —Kontrahenten-Diversifikation ist ab CHF 50 Mio. bzw. EUR 50 Mio. Einlagen relevant.
- —Liquiditätsstufen (operativ / strategisch / Reserve) klären Allokationsentscheidungen.
Die meisten Family Offices häufen Bankkonten an, wie sie Technologie anhäufen — schrittweise, opportunistisch, ohne Gesamtkonzept. Das Ergebnis sind zwanzig Konten bei fünf Banken, von denen kein einzelnes interessant genug ist, um aktiv verwaltet zu werden. Treasury-Rationalisierung — die Schliessung redundanter Konten, Konsolidierung auf zwei bis drei Hauptbanken, Implementierung von Sweep-Arrangements — ist meist die sauberste frühe operative Verbesserung, die ein Office vornehmen kann.
Über die Rationalisierung hinaus wird Treasury zur Liquiditätsstaffelung. Operative Liquidität für die nächsten 90 Tage liegt in sofort verfügbarer Form vor. Strategische Liquidität für die nächsten 12 Monate wird in höher verzinsten Instrumenten gehalten. Reserve-Liquidität für Tail-Risk-Szenarien liegt bei Kontrahenten, die nach Sicherheit ausgewählt wurden, nicht nach Rendite, mit dokumentierten Limiten pro Institut. Die Disziplin besteht darin, Treasury als Portfolio mit eigener Policy zu behandeln, nicht als Restgrösse.
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