Die Familienbank: Kredite an Erben ohne Aushöhlung der Verantwortlichkeit
Eine Familienbank vergibt Kredite an Mitglieder der nächsten Generation zu dokumentierten Bedingungen. Gut gemacht beschleunigt sie Unternehmertum; schlecht gemacht zementiert sie Anspruchshaltung.
Kernaussagen
- —Bedingungen wie bei einem externen Kreditnehmer dokumentieren – Zinssatz, Sicherheit, Tilgungsplan, Konsequenzen bei Nichtzahlung.
- —Antrag und Prüfung mit einem Gremium aus Peers, nicht mit den Eltern.
- —Kredite sollten Unternehmungen oder Bildung finanzieren, nicht Lebensstil oder Asset-Käufe.
- —Ergebnisse – sowohl Erfolg als auch Ausfall – sollten offen in der Familie überprüft werden.
Eine Familienbank ist eines der meistdiskutierten und am wenigsten gut umgesetzten Instrumente der nächsten Generation. Die Idee ist solide: Kapital an Familienmitglieder für Unternehmungen oder Bildung zu dokumentierten Bedingungen leihen, den Kredit als echte Verpflichtung behandeln und die Erfahrung nutzen, um Finanzkompetenz und Verantwortlichkeit zu vermitteln. An der Umsetzung scheitern die meisten Familienbanken still.
Dokumentation zählt mehr als Betrag
Die wichtigste Designentscheidung ist, den Kredit zu dokumentieren, als wäre der Kreditnehmer extern. Das bedeutet eine schriftliche Vereinbarung mit Zinssatz mindestens auf marktüblichem Niveau, einem klaren Tilgungsplan, Sicherheiten oder Auflagen wo angebracht, und ausdrücklichen Konsequenzen bei Nichtzahlung. Ein Kredit ohne diese Bedingungen ist ein Geschenk mit zusätzlichen Schritten; das Familienbank-Format vermittelt nichts, wenn die Struktur nicht echt ist.
Prozess und Peers
Der Antrags- und Prüfprozess sollte bei einem Gremium aus Senior-Familienmitgliedern und vertrauenswürdigen externen Beratern liegen – nie bei den Eltern allein. Pitches werden gehalten, Fragen gestellt, Entscheidungen dokumentiert. Die Disziplin, den Fall vorzubereiten, zu verteidigen und geänderte Bedingungen zu akzeptieren, ist es, wo der pädagogische Wert liegt. Die Finanzierung von Unternehmungen und Bildung führt tendenziell zu besseren Ergebnissen als die Finanzierung von Lebensstil oder Asset-Käufen; viele Familienbanken beschränken letzteres ausdrücklich.
Ergebnisse – Erfolge und Ausfälle gleichermassen – sollten in der Familie überprüft werden. Ausfälle sind keine Versagen der Familienbank; sie sind Datenpunkte, die – gut behandelt – die Verantwortlichkeit für die nächste Runde vertiefen. Familien, die eine funktionierende Familienbank über mehr als eine Generation aufrechterhalten, sind diejenigen, die Ausfälle offen statt als private Peinlichkeit behandelt haben.
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