Investment Strategy

Risk Management und Reporting-Praktiken

Risk Reporting ist notwendig; Risk Management ist die Praxis, die Berichte in Handlung umsetzt.

Editorial Team·Editorial··1 Min. Lesezeit

Kernaussagen

  • Risikoberichte beschreiben; Risk Management entscheidet.
  • Konzentrationsrisiko, Verhaltensrisiko und Kontrahentenrisiko sind die am wenigsten modellierten Kategorien.
  • Tabletop-Übungen mit Drawdown-Szenarien testen Pläne, bevor die Märkte es tun.
  • Risikoentscheidungen gehören in Ausschussprotokolle, nicht nur in Postfächer.

Der standardmäßige Quartalsbericht zum Risikomanagement — Value at Risk, Faktorexposures, Konzentrationsanalyse, Szenario-Stresstests — ist ein notwendiger Input für ein substanzielles Risikogespräch. Er ist selten für sich allein ausreichend. Konzentrationsrisiken verstecken sich oft in korrelierten Vermögensverwaltern statt in einzelnen Headline-Positionen; Verhaltensrisiken zeigen sich darin, wie die Familie unter Stress reagiert; Kontrahentenrisiken erfordern bewusste Überprüfung, nicht pauschale Annahmen vermeintlicher Sicherheit. Jede dieser Kategorien verlangt ein Gespräch, das der Bericht allein nicht hervorbringt.

Funktionierendes Risk Management nutzt den Bericht, um jedes Quartal ein strukturiertes Ausschussgespräch anzustossen. Entscheidungen werden getroffen — zu Absicherungsstrategien, Rebalancing, Diversifizierung von Kontrahenten — und protokolliert. Jährliche Tabletop-Übungen nehmen ein 30%-Drawdown-Szenario als Ausgangspunkt und fragen: Wo würde die Liquidität tatsächlich versagen, wo würde die Governance brechen, wo würde das Vertrauen der Familie ins Wanken geraten? Pläne werden auf Basis dessen angepasst, was dabei zutage tritt. Die Disziplin ist unglamourös; die Alternative besteht darin, Risiken in dem Moment wiederzuentdecken, in dem sie manifest werden.

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