CRS
CRS — der Common Reporting Standard — ist das von der OECD entwickelte Rahmenwerk für den automatischen Austausch von Finanzkonteninformationen zwischen teilnehmenden Steuerhoheitsgebieten. Seit 2017 operativ und mittlerweile von über 100 Jurisdiktionen übernommen, bildet CRS das internationale Pendant zum US-spezifischen FATCA-Regime.
Im Rahmen von CRS klassifizieren Finanzinstitute die Kontoinhaber und beherrschenden Personen nach steuerlichem Ansässigkeitsstaat und melden dann Kontostände sowie Einkünfte an ihre lokale Steuerbehörde, die wiederum die Informationen mit den jeweils zuständigen Ansässigkeitsstaaten austauscht. Das Rahmenwerk ist umfassend: Trusts, Stiftungen, Holdinggesellschaften und Investmentvehikel fallen allesamt unter spezifischen Entitätsklassifizierungen in den Anwendungsbereich.
Für Family Offices stellt CRS-Compliance eine kontinuierliche operative Disziplin dar. Jede Einheit in der Struktur muss klassifiziert, jede beherrschende Person identifiziert und die Dokumentation laufend aktualisiert werden, wenn sich Ansässigkeit, Eigentum oder Kontrolle ändern. Die CRS-Meldepflicht ist einer der Hauptgründe, weshalb die Substanz- und Transparenzanforderungen bezüglich wirtschaftlich Berechtigter parallel verschärft wurden.
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