Family Bank
Eine Family Bank ist eine interne Einrichtung, die Darlehen an Mitglieder der nachfolgenden Generation vergibt – für unternehmerische Vorhaben, Ausbildung oder den Ersterwerb von Wohneigentum – unter dokumentierten Bedingungen. Gut umgesetzt fördert sie Unternehmertum und vermittelt Verantwortungsbewusstsein, indem Darlehen als echte Verpflichtungen behandelt werden. Schlecht umgesetzt verkommt sie zu einem intransparenten Zuwendungsprogramm, das Anspruchsdenken zementiert.
Die wichtigste Gestaltungsentscheidung besteht darin, das Darlehen so zu dokumentieren, als handle es sich um einen externen Kreditnehmer: schriftlicher Vertrag, marktüblicher oder marktnaher Zinssatz, definierter Rückzahlungsplan, gegebenenfalls Sicherheiten oder Covenants sowie explizite Folgen bei Zahlungsverzug. Darlehen ohne diese Bedingungen sind Schenkungen mit zusätzlichem Aufwand.
Das Antrags- und Prüfverfahren sollte bei einem Gremium aus erfahrenen Familienmitgliedern und vertrauenswürdigen externen Beratern liegen – niemals allein bei den Eltern. Darlehen zur Finanzierung von Unternehmungen und Ausbildung führen tendenziell zu besseren Ergebnissen als solche für Lifestyle oder Vermögenswerte. Zahlungsausfälle sollten, wenn sie auftreten, offen innerhalb der Familie besprochen werden – nicht als private Peinlichkeit behandelt.
Deeper reading
Das Family-Bank-Betriebshandbuch: Von der Governance bis zum Forderungsmanagement
42 Prozent der ultra-vermögenden Familien betreiben mittlerweile formelle interne Kreditprogramme. Dieses Betriebshandbuch behandelt Governance, Underwriting, Konditionen und Forderungsmanagement für Family Banks, die generationenübergreifend Bestand haben.
Ein Financial-Literacy-Curriculum für Vermögensnachfolger: Altersstufe für Altersstufe
Die meisten Family Offices verschieben formelle Next-Gen-Bildung bis zum Alter von 25 Jahren — lange nachdem sich kritische Gewohnheiten geformt haben. Dieses altersstufenbasierte Curriculum, von 8 bis 30 Jahren, adressiert die Erkenntnis von Williams/Preisser, dass 60 % der Vermögensübergaben aufgrund unvorbereiteter Erben scheitern.
Vermögenspsychologie und ererbte Identität: ein Governance-Framework
Siebzig Prozent aller Vermögensübergaben scheitern aufgrund von Vertrauens- und Kommunikationsproblemen. Ein Framework zur Bewältigung der psychologischen Dimension von ererbtem Vermögen durch Governance – nicht durch Therapie.
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