Tax & Regulatory

Substanzanforderungen 2026: Was sich verändert hat – und wo

Jüngste Verschiebungen in Luxemburg, Singapur, den VAE und der Schweiz haben die Mindestsubstanz für Family-Office-Strukturen neu definiert.

Editorial Team·Editorial··1 Min. Lesezeit

Kernaussagen

  • Personalbestand- und Bürotests werden inzwischen konsequent geprüft, nicht nur erklärt.
  • Singapurs Section-13O- und 13U-Regimes wurden 2024 bei Mindest-AUM und Fondsmanagementkriterien verschärft.
  • Die Economic-Substance-Regulierung der VAE verlangt nun nachweisbare Wertschöpfung, nicht nur Lizenzpräsenz.
  • Die Umsetzung von ATAD III in Luxemburg ist von optional zu durchgesetzt für Holdingstrukturen geworden.

Substanz war ein regulatorisches Gesprächsthema seit zehn Jahren; sie wurde in den letzten drei Jahren zur regulatorischen Praxis. Family Offices, die jurisdiktionelle Strukturen auf Mindestpersonalannahmen aufbauten, finden diese Annahmen jetzt geprüft statt erklärt. Die Sanierungskosten – wenn spät entdeckt – übersteigen typischerweise das, was richtige Substanz im Voraus gekostet hätte.

Singapur: 13O und 13U neu kalibriert

Singapurs Family-Office-Anreize unter Sections 13O und 13U wurden im April 2024 aktualisiert. Mindest-AUM-Schwellen sind gestiegen, die Anforderung an mindestens einen in Singapur ansässigen Investmentfachmann ist jetzt durchgesetzt statt erklärt, und lokale Geschäftsausgaben müssen belegt werden. Die Regimes bleiben weltweit zu den attraktivsten; sie belohnen jedoch keine dünn besetzten Operationen mehr.

VAE und Luxemburg: von Erklärung zu Beweis

Die ursprünglich 2019 eingeführten Economic Substance Regulations der VAE werden jetzt mit Audit-Folge durchgesetzt. Family Offices, die über DIFC- oder ADGM-Strukturen operieren, sollten Anfragen nach Belegen für vor Ort gehaltene Vorstandssitzungen, qualifizierte Mitarbeiter im Land und Erträge aus lokaler Tätigkeit erwarten.

Die Umsetzung von ATAD III – der EU-Unshell-Richtlinie – durch Luxemburg ist von Politikdebatte zur Durchsetzung für Holdingstrukturen übergegangen. Gesellschaften, die die Eingangstests bei Einkommen, Räumlichkeiten und Personal nicht bestehen, riskieren den Verlust des Zugangs zu Doppelbesteuerungsabkommen. Die Sanierungswege sind klar definiert; die Kosten, sie zu ignorieren, sind es nicht.

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