Tax Governance und grenzüberschreitende Koordination
Wenn eine Familie über mehrere Jurisdiktionen verteilt lebt, werden Steuerentscheidungen nicht mehr isoliert getroffen, sondern zentral koordiniert.
Kernaussagen
- —Jeder jurisdiktionale Berater benötigt Einblick ins globale Gesamtbild.
- —Ein zentraler Tax-Governance-Verantwortlicher im Office hält die Gesamtübersicht.
- —Jährliche Planungssitzungen über alle Berater hinweg verhindern, dass lokale Optimierung globale Kosten verursacht.
- —Die Dokumentation grenzüberschreitender Strukturen sollte alle zwei Jahre überprüft werden.
Grenzüberschreitende Familien haben typischerweise Berater in drei bis fünf Jurisdiktionen: Heimatland, Hauptwohnsitz, Standort der Vermögenswerte und Domizil des Family Office. Jeder Berater optimiert innerhalb seines Bereichs. Ohne zentrale Koordinationsfunktion können Entscheidungen, die isoliert betrachtet sinnvoll erscheinen, zu Doppelbesteuerung, Diskrepanzen bei Doppelbesteuerungsabkommen oder Compliance-Lücken führen, die erst Jahre später sichtbar werden.
Die Lösung ist ein Tax-Governance-Verantwortlicher im Office, dessen einzige Aufgabe es ist, die globale Perspektive zu halten. Er versammelt die Berater jährlich, führt grenzüberschreitende Szenarioanalysen durch und verantwortet die Dokumentationslandkarte für Ansässigkeit, Vermögensstandorte und Beteiligungsstrukturen. Die Rolle ist unspektakulär, amortisiert sich aber spätestens beim ersten Mal, wenn sie ein strukturelles Problem aufdeckt, das kein einzelner Berater hätte erkennen können.
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