Tax & Regulatory

Rechtsstrukturen und Jurisdiktionen für Family Offices

Die Wahl des Standorts und der Rechtsform ist nach der Family Constitution die folgenreichste strukturelle Entscheidung.

Editorial Team·Editorial··1 Min. Lesezeit

Kernaussagen

  • Substanzvorschriften machen die Jurisdiktionswahl heute zu einem ernsthaften operativen Commitment.
  • Die Schweiz und Singapur führen bei Stabilität; die VAE punkten bei der Geschwindigkeit der Gründung.
  • Der Bankenzugang variiert stark zwischen Jurisdiktionen und hat sich seit 2022 verschärft.
  • Die meisten grossen Family Offices nutzen eine primäre Holding-Jurisdiktion plus operative Präsenz in zwei bis drei weiteren.

Die Wahl der Jurisdiktion wird längst nicht mehr allein vom Steuersatz bestimmt. Seit 2020 sind die Substanzvorschriften in Singapur, Luxemburg und den VAE von deklarationsbasierten zu nachweisbasierten Systemen übergegangen: Mindestpersonalbestand, Boardzusammensetzung und nachweisbare Geschäftstätigkeit werden heute geprüft, nicht nur behauptet. Eine Familie, die eine Jurisdiktion wählt, muss sich zu einer substanziellen operativen Präsenz vor Ort verpflichten – oder die Kosten späterer Nachbesserungen akzeptieren.

Die engere Auswahl beginnt für die meisten Familien mit der Schweiz (Stabilität, Bankentiefe, Talentpool), Singapur (Doppelbesteuerungsabkommen, Regulierungsqualität, Zeitzone), Luxemburg (EU-Zugang, Fondsinfrastruktur), den VAE (Geschwindigkeit, gründerfreundliche Residenzprogramme) und den Cayman Islands (Fondsgründung, Neutralität). Die Entscheidung hängt davon ab, wo die Familie lebt, wo die Vermögenswerte liegen und mit welchen Regulatoren – FINMA, MAS, CSSF oder DFSA – die Familie sich für das nächste Jahrzehnt wohlfühlt. Wenige Family Offices beschränken sich auf eine einzige Jurisdiktion; die meisten operieren in zwei oder drei.

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