Kommunikationsprotokolle in der Familie
Kommunikationsnormen innerhalb vermögender Familien entstehen selten auf natürliche Weise. Ohne explizite Protokolle erfolgt der Informationsfluss nach Zufallsprinzip.
Kernaussagen
- —Unterschiedliche Familienmitglieder benötigen unterschiedliche Informationen. Definieren Sie die Ebenen.
- —Ein fester Kommunikationsrhythmus verhindert ad-hoc Offenlegungen.
- —Kanaldisziplin (keine Investitionsgespräche im Familien-Chat) schützt das Family Office.
- —Die jährliche Überprüfung des Protokolls zeigt auf, was nicht mehr passt.
In Familien mit erheblichem Vermögen wird die Frage, wer was weiss, zu einer Governance-Frage. Ehepartner benötigen möglicherweise andere Informationen als Blutsverwandte; minderjährige Erben brauchen gefilterten Zugang, bis sie bestimmte Entwicklungsschwellen überschreiten; angeheiratete Familienmitglieder stehen eventuell vollständig ausserhalb der Investitionsinformationen. Der Standard – alles mit allen teilen – erzeugt vermeidbare Streitigkeiten; der entgegengesetzte Standard – nichts teilen – züchtet Misstrauen.
Das Mittel der Wahl ist ein schriftliches Protokoll: Wer gehört zu welcher Ebene, welcher Kommunikationsrhythmus dient jeder Ebene, und welche Kanäle tragen welche Informationen. Das Protokoll funktioniert nur, wenn die Familie sich zur Kanaldisziplin verpflichtet – Investitionsangelegenheiten laufen über die Reporting-Tools des Family Office, nicht über Gruppenchats. Die jährliche Überprüfung des Protokolls bietet den Moment für Anpassungen aufgrund von Eheschliessungen, Trennungen und der zunehmenden Reife der nächsten Generation.
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