Governance & Succession

Nachfolgeplanung in Family Offices

Nachfolge ist die Disziplin, Übergänge zu gestalten, bevor sie erzwungen werden. Gut gemacht ist sie unsichtbar. Schlecht gemacht ist sie die grösste Quelle der Vermögenserosion in Unternehmerfamilien.

Editorial Team·Editorial··1 Min. Lesezeit

Kernaussagen

  • Nachfolgeplanung ist Governance-Arbeit, nicht Nachlassplanung.
  • Drei Übergänge sind entscheidend: Führung, Eigentum und Identität.
  • Dokumentierte Entscheidungsrechte vor der Transition verhindern Streitigkeiten danach.
  • Pläne sollten durch Szenario-Übungen getestet werden, nicht nur niedergeschrieben.

Nachfolgeplanung wird oft mit Nachlassplanung verwechselt. Nachlassplanung betrifft die rechtliche Übertragung von Vermögenswerten im Todesfall; Nachfolgeplanung betrifft die aktive Übertragung von Führung, Eigentum und operativer Verantwortung – in der Regel deutlich vor dem Tod. Die meisten Misserfolge geerbten Vermögens lassen sich auf die zweite Kategorie zurückführen, nicht auf die erste. Die rechtlichen Dokumente kommen intakt an; die Governance nicht.

Funktionierende Nachfolgepläne haben drei Ebenen: wer führt (und wie diese Führungsperson ausgewählt wird), wer Eigentümer ist (und unter welchen Bedingungen Anteile übergehen können), und wofür die Familie steht (und wie diese Identität über Familienzweige hinweg bestehen bleibt). Pläne ohne alle drei Ebenen scheitern tendenziell am Wendepunkt. Die besten Familien testen ihre Pläne durch Szenario-Übungen – plötzliche Handlungsunfähigkeit, unerwarteter Austritt, Streit zwischen Familienzweigen – und überarbeiten den Plan basierend auf dem, was diese Übungen zutage fördern.

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