Eine kurze Geschichte des Family Office
Family Offices sind älter als der Begriff selbst – doch die moderne professionelle Struktur entstand erst im späten 19. Jahrhundert.
Kernaussagen
- —Moderne Family Offices wurzeln im Industrievermögen des späten 19. Jahrhunderts.
- —Liquiditätsereignisse von Unternehmensgründern nach 2000 trieben die heutige Expansion.
- —Multi-Family Offices entstanden, um kostspielige Infrastruktur gemeinsam zu nutzen.
- —Die Druckpunkte der 2020er Jahre: Substanzregulierung, Cyber-Risiken und Technologie.
Vermögende Familien haben ihr Geld schon immer über dediziertes Personal verwaltet. Was wir heute als Family Office bezeichnen, nahm jedoch erst im späten 19. Jahrhundert erkennbare Formen an, als die Familien Rockefeller, Mellon und Phipps professionelle Teams aufbauten, um ihr Vermögen zu verwalten – nachdem die ursprünglichen vermögensschaffenden Unternehmen gereift waren. Diese Büros etablierten das bis heute gültige Muster: ein kleines leitendes Team, externe Berater als zusätzliche Ebene und eine Governance-Struktur, die Generationen überdauert.
Die Expansion der vergangenen zwei Jahrzehnte hat andere Wurzeln. Unternehmensgründer, die ihre operativen Gesellschaften veräusserten, benötigten eine Struktur für die Erlöse – und traditionelle Privatbanken waren nicht immer die passende Lösung. Multi-Family Offices wuchsen parallel und boten gemeinsame Infrastruktur für Familien, deren verwaltetes Vermögen (AUM) kein eigenes Single-Family-Office-Team rechtfertigte. Die Herausforderungen der 2020er Jahre – Substanzvorschriften (etwa durch FINMA oder BaFin), Cyber-Risiken und die Kosten betriebstauglicher Technologie – formen das Modell nun erneut um.
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