Single-Family Office vs. Multi-Family Office: Die richtige Wahl treffen
Die Entscheidung dreht sich selten um Kosten. Es geht um Kontrolle, Interessenabstimmung und die Frage, wie viel Governance-Aufwand eine Familie selbst tragen möchte.
Kernaussagen
- —Single-Family Offices bieten vollständige Kontrolle; Multi-Family Offices teilen Infrastruktur.
- —Der Kostenschnittpunkt liegt grob zwischen CHF 250 Mio. und CHF 500 Mio. investierbarem Vermögen.
- —Multi-Family Offices unterscheiden sich stark in Unabhängigkeit, Gebühren und Interessenkonflikten.
- —Ein Hybridmodell – ausgelagerte Operationen, interne Governance – funktioniert für viele Familien.
Ein Single-Family Office (SFO) beschäftigt Mitarbeitende, die ausschliesslich einer Familie dienen. Die Kontrolle ist vollständig; die Governance liegt in der Verantwortung der Familie; die Betriebskosten für ein professionelles Team fallen selten unter CHF 1,5–2,5 Mio. jährlich. Ein Multi-Family Office (MFO) teilt Infrastruktur über mehrere Familien hinweg, was die Kosten pro Familie erheblich senkt, jedoch Kompromisse bei der Interessenabstimmung und massgeschneiderten Dienstleistungen mit sich bringt. Beide Strukturen können hervorragend funktionieren – Fehlentscheidungen entstehen meist durch die Wahl des falschen Modells angesichts der familiären Komplexität.
Unterhalb von CHF 250 Mio. investierbarem Vermögen ergibt die SFO-Ökonomie selten Sinn. Oberhalb von CHF 500 Mio. häufig schon. Dazwischen entscheidet die Governance-Frage: Ist die Familie bereit, als Arbeitgeber hochqualifizierter Fachkräfte aufzutreten und den Management-Aufwand selbst zu tragen? Viele Familien wählen ein Hybridmodell – Investment-Operationen, Buchhaltung und Reporting werden an ein MFO ausgelagert, während Governance und familienbezogene Rollen intern bleiben. Dieses Hybridmodell ist zunehmend die bevorzugte Lösung.
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