Operations & Technology

Liquiditätsmanagement und Treasury-Operationen

Liquidität ist das, was die Familie tatsächlich diese Woche einsetzen kann – nicht das, was auf der Bilanz unbeschränkt erscheint.

Editorial Team·Editorial··1 Min. Lesezeit

Kernaussagen

  • Klassifizieren Sie Liquidität nach Zugriffsfenstern: 30 Tage, 90 Tage, 1 Jahr, länger.
  • Kapitalabrufe müssen modelliert, nicht geschätzt werden.
  • Standby-Kreditlinien verwandeln Illiquidität zu bekannten Kosten in einsetzbare Liquidität.
  • Stresstesten Sie den Liquiditätsbedarf der Familie jährlich gegen Szenarios.

Ein Family-Office-Bericht zeigt oft grosse Positionen an unbeschränkten Barmitteln und liquiden Wertpapieren, die erhebliche einsetzbare Liquidität suggerieren. Die Realität sieht meist anders aus. Kapitalabrufe aus Private-Equity-Commitments, Lock-ups bei Hedgefonds-Positionen, Abwicklungsfristen bei illiquiden Wertpapieren und Währungskonversionszeiten reduzieren die tatsächliche kurzfristige Liquidität deutlich unter die ausgewiesene Zahl. Ein Kapitalabruf, der in derselben Woche eintrifft wie eine grössere Ausschüttung benötigt wird, offenbart die Lücke.

Professionelles Liquiditätsmanagement klassifiziert jeden Vermögenswert nach Zugriffsfenster und rapportiert gegen diese Klassifikation. Eine Standby-Kreditlinie – besichert durch das Portfolio – verwandelt die Lücke in bekannte Kosten statt in einen Notfall. Jährliche Stresstests gegen verschiedene Abflussszenarien zeigen auf, wo das Office tatsächlich unter Druck geraten würde, falls der Liquiditätsbedarf der Familie sprunghaft ansteigt. Die Übung ist unspektakulär – die Alternative ist Zwangsverkauf zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

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