Investment Strategy

Investment Risk Management und Reporting

Risikomanagement für UHNW-Portfolios ist Governance-Arbeit, nicht Statistik. Die Zahlen sind notwendig, aber nicht ausreichend.

Editorial Team·Editorial··1 Min. Lesezeit

Kernaussagen

  • Quantitative Risikomodelle erfassen, wofür sie konzipiert wurden – nicht mehr.
  • Konzentrationsrisiken verbergen sich oft in korrelierten Vermögensverwaltern, nicht in Einzelpositionen.
  • Verhaltensrisiken – einschliesslich jener der Familie – sind die grösste Quelle permanenter Verluste.
  • Risikoberichte sollten Entscheidungen vorantreiben, nicht bloss den Status dokumentieren.

Die meisten Family Offices erhalten monatlich oder quartalsweise Risikoberichte von ihrer Depotbank, ihrem Konsolidierungsanbieter oder Chief Risk Officer. Diese Berichte sind fachlich solide. Was sie jedoch nicht abbilden, sind Daten, die nicht im System erfasst sind: undokumentierte Co-Investments, Gründerkonzentrationen ausserhalb der Plattform, Korrelationen zwischen Vermögensverwaltern, die sich hinter einem scheinbar diversifizierten Portfolio verbergen, sowie das eigene Verhaltensmuster der Familie unter Stress. Die Zahlen sind notwendig – aber sie genügen nicht.

Der wertvollere Ansatz ist ein quartalsweises Gespräch im Anlagekomitee, das den Risikobericht als Ausgangspunkt nutzt, nicht als Antwort. Das Komitee stellt Fragen wie: Wo wären wir bei einem Rückgang von 30 Prozent am unwohlsten? Welche doppelten Expositionen haben wir, die der Bericht nicht zeigt? Wo hat sich die Risikokapazität der Familie verändert? Dieses Gespräch, festgehalten im Protokoll, ist es, was Risk Reporting in echtes Risikomanagement verwandelt.

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