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Investment Strategy

Capital Call

Ein Capital Call ist eine formelle Aufforderung eines Private-Fund-Managers (General Partner) an die Investoren (Limited Partners), einen bestimmten Teil ihres zugesagten Kapitals einzuzahlen, typischerweise zur Finanzierung von Investitionen, zur Zahlung von Verwaltungsgebühren oder zur Deckung operativer Aufwendungen. Im Family-Office-Kontext sind Capital Calls am häufigsten mit Private Equity, Venture Capital, Infrastrukturfonds und anderen geschlossenen Strukturen verbunden, bei denen Familien sich verpflichten, über die Laufzeit eines Fonds einen Gesamtbetrag zu investieren, diesen jedoch nicht vollständig bei Fondsauflegung überweisen. Die Aufforderung sieht in der Regel eine Vorlauffrist von 10 bis 30 Tagen vor und spezifiziert den fälligen Betrag, den Verwendungszweck und die Zahlungsfrist, wobei Verzugsregelungen greifen, falls das Family Office seiner Verpflichtung nicht nachkommt.

Family Offices müssen ausreichend Liquidität vorhalten, um Capital Calls über ihr gesamtes Private-Fund-Portfolio hinweg zu erfüllen, das häufig mehrere Jahrgänge und Anlageklassen umfasst. Diese Herausforderung im Liquiditätsmanagement wird besonders während Marktabschwüngen akut, wenn börsennotierte Beteiligungen an Wert verlieren, während Private-Fund-Manager ihre Investitionspläne beschleunigen, um attraktive Bewertungen zu nutzen. Viele Single-Family Offices halten dedizierte Liquiditätsreserven vor oder richten Kreditlinien ein, um Kapitalabrufe ohne Zwangsliquidation anderer Positionen bedienen zu können. Multi-Family Offices modellieren häufig die zeitliche Verteilung von Capital Calls mittels Monte-Carlo-Simulationen, die historische Abrufmuster, fondstypspezifische Variablen und makroökonomische Szenarien berücksichtigen, um die Balance zwischen Renditeverlust durch überschüssige Liquidität und Ausfallrisiko durch unzureichende Reserven zu optimieren.

Aus regulatorischer und bilanzrechtlicher Sicht stellen nicht abgerufene Kapitalzusagen bedingte Verbindlichkeiten dar, die nach IFRS und US GAAP im Abschluss offenzulegen sind, wobei die Behandlung je nach Jurisdiktion variiert. Die Steuerplanung im Zusammenhang mit Capital Calls erfordert besondere Aufmerksamkeit, insbesondere für Family Offices ausserhalb der USA, die in US-Fonds mit FATCA-Quellensteuer oder Regelungen zu effektiv verbundenen Einkünften investieren. Für im DACH-Raum ansässige Family Offices sind zudem die Transparenzvorschriften der FINMA und BaFin sowie nationale Offenlegungspflichten zu beachten. Manche erfahrenen Familien verhandeln Side-Letter-Regelungen, die verzögerte Kapitalzuführungen, abrufbare Kreditlinien anstelle von Barmitteln oder Sekundärmarktverkäufe von Positionen ermöglichen, um unerwartete Liquiditätsengpässe zu bewältigen – solche Vereinbarungen setzen allerdings typischerweise Mindestbeteiligungen und enge Beziehungen zum Fondsmanagement voraus.

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