Direktinvestition vs. Fondsallokation: Ein Entscheidungsrahmen für Family Offices
Direktinvestitionen haben seit 2020 zugenommen. Sie scheitern auch häufiger leise, als die Schlagzeilen vermuten lassen. So erkennt man, wann Direktinvestition Sinn macht.
Kernaussagen
- —Direktinvestition erfordert Dealflow, Due-Diligence-Tiefe und Post-Investment-Governance – alle drei, nicht zwei von drei.
- —Co-Investitionen neben zugesagten Fonds sichern den grössten Teil des Aufwärtspotenzials ohne den operativen Aufwand.
- —Die versteckten Kosten von Direktinvestitionen liegen meist im Personal: Senior-Investmentfachleute kosten mehr als zwei Schichten Fondsgebühren bei einem Portfolio unter 200 Mio.
- —Eine saubere Exit-Politik zählt mehr als die Einstiegsthese.
Die Verschiebung hin zu Direktinvestitionen bei Family Offices nach 2020 ist real, aber uneinheitlich. Einige Offices haben echte Direktinvestmentfähigkeit aufgebaut; viele weitere haben ein Portfolio einzelner Positionen, das auf dem Papier wie ein Programm aussieht. Der Unterschied ist operativ, nicht philosophisch.
Der Drei-Fragen-Test
Bevor ein Direktprogramm ausgerollt wird, sollten drei Fragen ehrlich beantwortet werden. Sehen Sie mindestens 100 hochwertige Gelegenheiten pro Jahr über proprietäre Kanäle? Können Sie ein Senior-Team finanzieren, das echte Due Diligence durchführt – nicht nur GP-Materialien prüft? Haben Sie definiert, wie ein Portfoliounternehmen nach dem Erwerb gesteuert wird, einschliesslich Berichtsrhythmus, Boardzusammensetzung und Interventionsschwellen? Wenn eine Antwort unsicher ist, ist Direktinvestition der falsche Rahmen.
Co-Investitionen als Mittelweg
Für viele Offices erfasst Co-Investition neben zugesagten Fondsmanagern den grössten Teil des strukturellen Reizes von Direktinvestitionen – wirtschaftliche Exposition, Kontrolle über die Anlagegrösse, Gebührenkompression – ohne die operative Belastung. Verhandeln Sie Co-Investitionsrechte in Fondszusagen; wenige GPs werden einem ernsthaften Anker-LP eine Absage erteilen.
Die ehrliche Exit-Frage ist schwieriger als die Einstiegsfrage. Ein Direktportfolio ohne schriftliche Exit-Politik – Haltedauer, Distribution, Bewertungsdisziplin – ist illiquide aus Versehen, nicht aus Absicht. Familien, die Direktprogramme überstehen, sind diejenigen, die die Exit-Politik zuerst geschrieben haben.
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